'CUCHILLO DE MONTE' UND DOLCHE
Zur reichen Tradition der spanischen Messermacher gehören neben der Navaja auch das so genannte "Cuchillo de monte", ein feststehendes Messer, und Dolche.
Messer und Dolche weisen durch ihre unterschiedlichen Zwecke und Funktionen verschiedene Klingenformen auf. Das Messer ist als ein Schneidinstrument konstruiert, während der Dolch eine spitze, kurze Klinge aufweist, die sich zum Stechen eignet.
Das Messer besitzt eine asymmetrische, einschneidige und spitze Klinge, die beim Schnitt ein leichtes Gleiten erlaubt. Der gerade, stumpfe Rücken ist als Verlängerung des Griffs gebildet. Er bietet einen sicheren Halt des Daumens oder Zeigefingers und erlaubt damit die Ausübung von Druck auf die Schneide. Die Messerklingen wurden vielfach verziert: mit Kerben im Klingenrücken, Hohlbahnen, schlichten Gravuren, Eisenschnitt oder Messingauflagen.
Die Klinge der Dolche ist zweischneidig und mit einem symmetrisch angeordneten Mittelgrat versehen. Die Klingen wurden mit einem Grabstichel oder einem Punziereisen graviert, gerne wurden sie auch durchbrochen gearbeitet und mit Messingeinlagen versehen.
Bei beiden - Messer und Dolch - sind Material und Gestaltung der Griffe häufig sehr ähnlich ausgeführt. Die größte Gemeinsamkeit besteht in der Dreiteilung der Griffe, bestehend aus der Zwinge und einer ähnlich geformten Griffkappe aus Messing sowie einem zylindrischen Zwischenstück. Der mittlere Teil besteht aus Holz, Knochen, Horn, Metall oder aus anderem Material und ist mit Streifen aus Knochen oder Messing verziert.